Der 14-jährige Suvir Mirchandani hat ausgerechnet, welche Schriftart weniger Tinte verbraucht und damit gut zum Geld sparen  geeignet ist. Das könnte allein seiner Schule 21.000 Dollar bringen, der US-Regierung bis zu 370 Millionen Dollar – diese hat aber bisher noch nicht auf seine Darlegung reagiert.

Mit einer anderen Schriftart bis zu 370 Millionen Dollar sparen

Wer kennt sie nicht? Times New Roman, Arial, Verdana, Calibri. Diese Schriftarten haben sich im Laufe der Zeit behauptet und gegen die anderen durchgesetzt. Sie sehen schön aus, brauchen aber viel Platz auf der Seite und sorgen für eine höhere Deckung des Ausdrucks. Damit wird auch mehr Tinte zum Drucken verbraucht, gerade für Vieldrucker bedeutet dies hohe Kosten für Verbrauchsmaterial wie Toner & Druckerpatronen.

Die richtige Schriftart ist also neben der passenden Schriftgröße auch entscheidend, wie viele Seiten tatsächlich ausgedruckt werden müssen – und welche Kosten damit entstehen. Schriftarten sind unterschiedlich groß und unterschiedlich breit. Folglich könnte eine gut lesbare und geeignetere Schriftart die auftretenden Druckkosten  senken.

Der Schock: Druckerpatronen sind auf dem US-Markt teurer als „Chanel No. 5“

Der Schüler Suvir Mirchandani musste an seiner neuen Schule häufiger drucken, also ging er der  Sache auf den Grund. Nachdem er den Preis für Druckertinte recherchierte, welcher in der USA mit bis zu 75 Dollar pro Unze (28,34 Gramm) teilweise doppelt so teuer ist, wie das Parfum von Chanel „Chanel No. 5“, versuchte er eine akzeptable Lösung für die Senkung der Ausgaben für Druckertinte zu finden.

Er begab sich auf die Suche nach einer Schriftart, welche ihren beliebten Vorbildern optisch und praktisch in nichts nachsteht und gleichzeitig am wenigsten Tinte verbraucht. Er Verglich verschiedene Schriftarten und rechnete aus, wie viel Tinte sie verbrauchen. Jetzt musste er nur noch der Schriftart mit dem geringsten Verbrauch auf die Spur kommen. Eine perfekte Lösung wurde schnell gefunden: „Garamond“.

Der Unterschied zu Times New Roman, Arial & Co. wird am besten deutlich, wenn man mit einer wirklich hohen Seitenanzahl an Ausdrucken rechnet. Mirchandani`s Schule würde, wenn sie auf Garamond umstellen würde, bis zu 21.000 US-Dollar pro Jahr sparen. Diese Zahl faszinierte auch seine Lehrer, welche ihn ermutigten, weiter zu rechnen. Also wendete er seine neuen Kenntnisse auf den offiziellen Druckverkehr der US-Regierung an, welche bis zu 370 Millionen Dollar sparen könnte – indem sie alle Dokumente und Formulare auf Garamond umstellen. Die Regierung antwortete ihm bislang noch nicht.

Garamond – Seit dem 16. Jahrhundert in Gebrauch und auf fast jedem PC

Garamond besteht aus einer Gruppe von Schriftarten, welche seit dem 16. Jahrhundert Verwendung finden. Sie wurde von Claude Garamond geschaffen und alle Weiterentwicklungen bauen auf ihr auf. Diese Schriftart prägte das Schriftbild der Antuqua und Kursiv-Schriften extrem nachhaltig. Weit über hundert Jahre entstanden so neue Alphabete mit gleichem Character.

Einige Sätze der Originalstempel, -abgüsse und -matritzen befinden sich bis heute im Antwerpener Platin-Moretus-Museum und werden auch teilweise als vollständige Sätze in der Pariser Imprimerie Nationale aufbewahrt. Durch die Verbreitung von Betriebssystemen wurde auch eine Variante der Garamond Schriftart  bekannt. Sie ist auf jedem MS-Windows Betriebssystem und auch bei Apple als Standard zu finden.

Fazit

Wer also die Mühe nicht scheut, die Dokumente in seiner Firma oder im Büro zu überarbeiten und die normal verwendeten Schriftarten durch Garamond ersetzt, kann an dieser Stelle viel Geld sparen. Gerade für Vieldrucker ist dies eine interessante Methode, um der unnötigen Verschwendung von Druckertinte auf den Grund zu gehen. Oft reicht es schon, einen Text komplett zu markieren und die Schriftart einfach auf Garamond umzustellen, alle Sparfüchse sollten vielleicht ihre neuen Dokumente gleich in Garamond verfassen.

 

Markus
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